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· 14 Min. Lesezeit
Google Ads für Ärzte

Praxismarketing für Ärzte: Patientengewinnung und Webdesign 2026

Auf einen Blick

  • Praxismarketing ist kein einzelner Kanal, sondern ein Stack aus Website, lokaler Sichtbarkeit, Bewertungen und gezielter Bezahlwerbung. Wer nur Google Ads schaltet ohne den Rest, verbrennt Budget.
  • Webdesign für Ärzte hat mit 1.300 Suchen pro Monat das größte Volumen in der DACH-Suche zu Praxismarketing. Die Website ist nicht Schmuck, sondern der Konversionspunkt.
  • Das Heilmittelwerbegesetz (HWG) schränkt Werbung in Deutschland ein, verbietet sie aber nicht. Sachliche Information ist erlaubt, marktschreierische Anpreisung nicht. Die Grenze ist trennscharf, wenn man sie kennt.
  • Branchen-Unterschiede sind groß: Zahnärzte haben ein deutlich höheres Werbespend-Profil als Allgemeinmediziner, HNO und Orthopädie liegen dazwischen.
  • Die häufigsten Fehler: kein Conversion-Tracking, keine Bewertungs-Strategie, generische Website ohne Praxis-Spezifik, Google Ads ohne HWG-Compliance-Check.

Wer als Arzt, Zahnarzt oder Therapeut in Deutschland neue Patienten gewinnen will, stößt schnell auf den Begriff “Praxismarketing” und auf eine Flut von Agenturen, die alle das Gleiche versprechen: mehr Patienten in 90 Tagen. Was darunter wirklich verstanden wird, variiert massiv. Manche meinen damit nur eine Website, andere nur Google Ads, dritte ein All-Inclusive-Paket aus Logo, Print und Patientenkommunikation.

Dieser Beitrag sortiert, was Praxismarketing 2026 in Deutschland tatsächlich umfasst, welche Bausteine in welcher Reihenfolge sinnvoll sind und wo die häufigsten Geldverbrennungspunkte liegen. Geschrieben aus der Perspektive eines Google-Ads-Spezialisten mit Schwerpunkt auf Heilberufe-Konten im DACH-Raum, dessen Audit-Erfahrung in die Praxis-spezifischen Empfehlungen einfließt.

Für österreichische Praxen mit ÖÄK-Werberichtlinie, Ärztegesetz und DocFinder-Spezifika folgt ein separater Beitrag mit den dortigen Besonderheiten, weil das Werberecht und die Plattform-Landschaft sich substanziell unterscheiden.

Was Praxismarketing 2026 wirklich umfasst

Praxismarketing ist kein einzelner Kanal, sondern ein Stack aus mehreren Bausteinen, die aufeinander aufbauen. Wer einen dieser Bausteine überspringt, verliert Effizienz an allen anderen.

BausteinWas er leistetInvestitions-Logik
Website / WebdesignErstkontakt, Vertrauensaufbau, BuchungsfunktionEinmalinvestition, alle 3 bis 5 Jahre relaunchen
Google Business ProfileLokale Auffindbarkeit, Erstkontakt für die meisten Praxis-SuchenKostenlos, monatliche Pflege etwa eine halbe Stunde
Bewertungen (Google, Jameda, ProvenExpert)Trust-Layer, beeinflusst Konversionsrate massivProzessuelle Investition, kein Direktkauf
Lokales SEOSichtbarkeit in “Arzt in [Ort]“-SuchenMittelfristig, drei bis sechs Monate Effekt
Google AdsSchneller Sichtbarkeits-Hebel, gezielte Lead-GenerierungLaufend, höchste Kosten pro Patient von allen Kanälen
Patientenbindung (Newsletter, Erinnerungen, Recall)Bestandskundenwert verdoppelnNiedrigste Cost-per-Lead von allen
Print / OfflineLokale Awareness, regional sinnvollBranchen-spezifisch

Reihenfolge in der Praxis: erst die ersten vier Bausteine (Website, GMB, Bewertungen, lokales SEO), dann Google Ads, dann Bindung. Wer mit Google Ads anfängt, ohne die Basis zu legen, zahlt ein Mehrfaches an Cost-per-Patient. Das sehe ich in fast jedem Audit bei Praxen, die neu mit bezahlter Werbung starten.

Webdesign für Ärzte: der unterschätzte Konversionspunkt

In den deutschen Suchen zum Thema “Praxismarketing” steht “Webdesign für Ärzte” mit 1.300 monatlichen Suchen an der Spitze, noch vor “Marketing für Zahnärzte” (1.000) und “Praxismarketing” selbst (590). Das zeigt: Ärzte suchen primär nach einer Website-Lösung, nicht nach einem Marketing-Konzept. Verständlich, weil die Website der konkreteste Output ist, den man kaufen kann.

Was eine Praxis-Website 2026 tatsächlich leisten muss:

Funktional:

  • Online-Termin-Buchung (Doctolib, Jameda Buchungssystem, Easy-Termin)
  • Kontaktformular mit DSGVO-konformer Einwilligung
  • Klare Anfahrt mit Karte und ÖPNV-Anbindung
  • Öffnungszeiten mit Akut-Telefon-Kennzeichnung
  • Klare Trennung Kassenleistung versus Privatleistung versus IGeL

Vertrauensbildend:

  • Foto des Arztes, des Teams, der Räume (echte Fotos, kein Stock-Material)
  • Vita mit Ausbildung, Spezialisierung, Mitgliedschaften
  • Eingebettete Bewertungen (Google, Jameda, ProvenExpert)
  • Auszeichnungen, Zertifikate (Focus-Listen, Stiftung Warentest, Fachverbände)

Suchmaschinen-relevant:

  • Mobile-optimiert (weit über die Hälfte der Praxis-Suchen kommt von mobilen Geräten)
  • Schnelle Ladezeit (Core Web Vitals)
  • Strukturierte Daten (Organization, MedicalBusiness, Person Schema)
  • Eindeutige Title-Tags pro Seite mit Praxisname und Ort

Compliance-konform:

  • Impressum mit Berufsbezeichnung, zuständiger Kammer, Berufsordnung
  • Datenschutzerklärung mit DSGVO und patientendaten-spezifischen Hinweisen
  • Keine marktschreierischen Heilversprechen (siehe HWG-Beitrag)
  • Bei IGeL-Leistungen sachliche Beschreibung ohne Erfolgsversprechen
  • WCAG 2.1 AA-Konformität (BFSG-Pflicht seit 28.06.2025 für Websites mit Online-Buchung, DACH-Übersicht hier)

Die größten Fehler bei Praxis-Websites, die ich in Audits sehe:

  1. Generisches Stock-Material (lächelndes Stockfoto-Team) statt echter Bilder. Patienten erkennen das sofort und ziehen Vertrauensabzüge.
  2. IGeL-Heilversprechen ohne juristischen Sicherheitsnetz-Wortschatz. Direkter HWG-Verstoß, abmahnbar.
  3. Kein Termin-Buchungssystem, Patient muss anrufen. Bei jüngerer Zielgruppe deutlicher Konversionsverlust.
  4. Langsame Ladezeiten durch ungepackte Bilder. Schlechte Core Web Vitals senken Google-Ads-Quality-Score, was sich direkt in höheren CPCs niederschlägt.
  5. Keine eingebauten Bewertungen. Patient verlässt die Seite, um auf Jameda zu prüfen, kommt nicht zurück.

Eine Praxis-Website ist 2026 keine Visitenkarte, sondern der Konversionspunkt, an dem aus einem Suchenden ein Patient wird. Wer beim Webdesigner spart, bekommt entweder ein Template ohne Praxis-Spezifik oder eine Lösung ohne SEO-Substanz. Die Investitions-Differenz zwischen einer guten und einer mittelmäßigen Praxis-Website amortisiert sich erfahrungsgemäß innerhalb weniger Monate über bessere Konversionsraten.

Lokale Sichtbarkeit: Google Business Profile und lokales SEO

Vor Google Ads kommt Google Business Profile (GBP, ehemals Google My Business). Für die meisten “Arzt in [Ort]“-Suchen zeigt Google das Local Pack mit drei Praxen direkt im Ergebnis. Wer dort nicht erscheint, ist faktisch unsichtbar, egal wie gut die Website ist.

Was ein vollständig optimiertes GBP-Profil enthält:

Pflichtfelder:

  • Praxisname exakt wie im Schild (kein “Praxis Dr. Müller, Hautarzt, Berlin-Charlottenburg, IGeL”)
  • Kategorie korrekt gewählt (Arztpraxis, Zahnarzt, HNO-Praxis, Orthopädie, etc.)
  • Vollständige Adresse mit Stockwerk-Hinweis
  • Telefonnummer, die wirklich an die Anmeldung geht
  • Öffnungszeiten korrekt, inklusive Sonderöffnungen
  • Website-Link auf die Hauptseite

Optimierungs-Felder:

  • Praxis-Fotos (mindestens zehn, eigene Aufnahmen, regelmäßig ergänzen)
  • Logo in der richtigen Auflösung
  • Beschreibungstext mit Praxis-Spezialitäten und Suchbegriffen
  • Services-Liste mit allen Leistungen (auch IGeL)
  • Beiträge regelmäßig (Praxis-News, Urlaubszeiten, neue Leistungen)
  • Q&A-Section vorbereitet, Standardfragen vorab beantwortet

Bewertungen-Strategie: Praxen mit 50 und mehr Google-Bewertungen und Durchschnitt über 4,5 erscheinen deutlich häufiger im Local Pack als Praxen mit weniger oder schlechteren Bewertungen. Bewertungen sind 2026 kein Nice-to-have, sondern Kern-Sichtbarkeits-Faktor.

Workflow für Bewertungen:

  1. Nach jedem positiven Termin proaktiv um Bewertung bitten (an der Anmeldung)
  2. QR-Code-Karte mit Link zur Google-Bewertungsseite
  3. Negative Bewertungen sachlich und HWG-konform beantworten, keine Patientendaten preisgeben
  4. Auf Jameda parallel optimieren (kostenloses Profil reicht oft, Premium nur bei aktiver Neupatienten-Akquise)

Lokales SEO darüber hinaus bedeutet: NAP-Konsistenz (Name, Adresse, Telefon identisch auf Website, GBP, Jameda, Branchenverzeichnissen), lokale Backlinks (Empfehlungen von befreundeten Praxen, lokalen Verbänden, Krankenkassen-Listen), strukturierte Daten auf der Website.

Das Ergebnis: Eine Praxis mit komplettem GBP-Profil und vielen guten Bewertungen kommt für lokale Suchen (“HNO Berlin Mitte” oder “Zahnarzt München Schwabing”) oft auf den ersten Platz, ohne einen Euro Werbung. Das ist der Hebel, der Google Ads erst effizient macht.

Google Ads ist der schnellste Hebel, um neue Patienten zu gewinnen, aber im Praxis-Kontext der teuerste pro Patient und mit den strengsten rechtlichen Auflagen. Was bei Google Ads für Ärzte zu beachten ist, behandelt der separate Beitrag Darf ich als Arzt Google Ads schalten? HWG verständlich erklärt im Detail. Für Österreich gilt teilweise abweichendes Recht, beschrieben in Google Ads für Ärzte in Österreich: Was das Ärztegesetz erlaubt.

Die wichtigsten Punkte aus der Audit-Perspektive:

  1. Heilversprechen sind verboten. “100 Prozent schmerzfrei”, “Heilung garantiert”, “der beste Arzt in [Stadt]” sind direkte HWG-Verstöße und abmahnbar. Sachliche Information ist erlaubt.
  2. Erfahrungsberichte sind eingeschränkt. Patientenstimmen mit Behandlungsbezug sind kritisch, neutral-zufriedene Aussagen ohne Heilungsbezug gehen.
  3. Vergleichende Werbung ist tabu. “Besser als Praxis XY” geht nicht.
  4. Sensible Daten sind Tabu im Tracking. Remarketing-Listen mit Gesundheits-Indikatoren sind DSGVO- und HWG-relevant.
  5. Conversion-Tracking ist Pflicht. Sonst weiß die Praxis nicht, ob Werbung sich rechnet, und Smart Bidding optimiert auf falsche Signale (siehe Warum dein Google Ads Tracking wahrscheinlich falsch ist).

Werbebudget-Größenordnungen in der Praxis hängen primär von zwei Faktoren ab: lokaler Wettbewerb (Stadt versus Land) und Anteil von Privatleistungen am Umsatz. Allgemeinmediziner mit reiner Kassenpraxis kommen in den meisten Regionen mit einem deutlich kleineren Budget aus als Zahnärzte mit Ästhetik-Schwerpunkt, weil die Wettbewerbsintensität in Google Ads zwischen diesen Fachgebieten um ein Mehrfaches differenziert.

Cost-per-Patient variiert nach Fachgebiet erheblich, mit Spezialbehandlungen (Implantate, Ästhetik) am oberen Ende. Wer in seinem Konto deutlich über den Branchen-Benchmarks liegt, hat meist ein Tracking- oder Targeting-Problem, kein Werbe-Problem.

Bewertungen: der Trust-Layer, der über Konversion entscheidet

Bewertungen sind in der Patienten-Akquise das, was Bewertungen im E-Commerce sind: das letzte Vertrauenssiegel vor dem Kontakt. Anders als im E-Commerce gibt es bei Praxen aber mehrere Bewertungs-Plattformen mit unterschiedlicher Gewichtung.

PlattformReichweite DeutschlandPatienten-RelevanzPraxis-Aufwand
Googlesehr hochhoch (im Local Pack sichtbar)niedrig (organisch, mit Workflow)
Jamedahochhoch (besonders bei älteren Patienten)mittel (Premium-Profil optional)
ProvenExpertmittelmittel (eher für KMU-Marketer als für Patienten)niedrig
Sanego, Topmedic, Imedogeringgeringgering
Facebookmittelsinkendniedrig

Empfehlung für Deutschland: Google plus Jameda als Pflicht, ProvenExpert optional.

Was häufig schiefläuft:

  1. Praxen bitten nicht aktiv um Bewertungen. Folge: Wer schlecht behandelt wurde, bewertet (Selektions-Bias), wer zufrieden war, schweigt. Bewertungs-Schnitt sinkt auf 3,5 Sterne, obwohl die große Mehrheit der Patienten zufrieden ist.
  2. Negative Bewertungen werden ignoriert oder emotional beantwortet. Patienten lesen die Antwort und beurteilen die Praxis daran, nicht an der Bewertung selbst.
  3. Fake-Bewertungen durch Familie oder Mitarbeiter. Google und Jameda erkennen das, das Konto wird gesperrt.
  4. Bewertungen werden nicht in die Website integriert. Embed-Widgets von Google und Jameda gibt es offiziell, aber die meisten Praxen nutzen sie nicht.

Patientenbindung: der vergessene Hebel

Praxismarketing wird in Standard-Anleitungen fast immer als Akquise-Thema behandelt. Tatsächlich ist Patientenbindung wirtschaftlich oft wertvoller: ein Bestandspatient kostet einen Bruchteil dessen, was ein Neupatient via Google Ads kostet, und kommt im Schnitt mehrfach pro Jahr in die Praxis.

Hebel für Patientenbindung:

  • Recall-System mit automatischen Erinnerungen (Vorsorge, Kontrolle, Routine)
  • DSGVO-konformer Praxis-Newsletter mit Saisonthemen (Heuschnupfen, Grippe, Reisemedizin)
  • Patientenportal mit Befund-Einsicht (für datenschutz-bewusste Patienten ein klares Plus)
  • WhatsApp-Business-Channel für Terminerinnerungen und Akutfragen (DSGVO-Vorsicht)
  • Empfehlungs-Programm (sachlich, ohne Geld-Anreize, das wäre HWG-Verstoß)

Was bei Patientenbindung schiefläuft:

  1. Recall wird manuell gemacht statt automatisiert. Anmeldung hat keine Zeit, Termine fallen aus.
  2. Newsletter sind generisch. Standard-Inhalte aus einem Praxis-Tool, kein lokaler Bezug.
  3. Empfehlungs-Programm mit Bonus. Direkter HWG-Verstoß.

Branchen-Unterschiede: Zahnärzte versus Allgemeinmediziner versus Wahlärzte

Praxismarketing ist branchenspezifisch. Was für eine Zahnarzt-Praxis funktioniert, ist für einen Hausarzt zu teuer und für eine Orthopädie-Privatpraxis zu generisch.

Zahnärzte:

  • Wettbewerbsdichte hoch in Städten, niedrig auf dem Land
  • Werbebudgets vergleichsweise hoch im Praxis-Markt, weil der Wettbewerb in Google Ads für Begriffe wie “Zahnarzt + Ort” intensiv ist
  • Privatpatienten und Ästhetik-Leistungen (Bleaching, Aligner, Implantate) treiben den Wert
  • Google-Ads-Suchvolumen pro Stadt variiert stark je nach Region

Allgemeinmediziner und Kassenarzt:

  • Budget begrenzt, Marketing oft nur defensiv
  • Sichtbarkeit über GMB plus Bewertungen meist ausreichend
  • Google Ads sinnvoll bei Praxisübergaben, neuen Standorten, IGeL-Schwerpunkten

HNO, Orthopädie, Hautarzt:

  • Mittleres Wettbewerbsniveau
  • Spezialisierungen treiben Werbeeffizienz (Stimm-Trainer, Sportler-Orthopädie, ästhetische Dermatologie)
  • Privatleistungen sind der Hebel, Kassenleistungen tragen Brand

Wahlärzte und Privatpraxen (Österreich-Spezifika):

  • In Österreich besteht ein eigenes Werberecht über § 53 ÄrzteG und die ÖÄK-Werberichtlinie. Die Logik unterscheidet sich von HWG und Berufsordnung in Deutschland.
  • Wahlärzte profitieren besonders stark von gezielter Bezahlwerbung, weil Patienten dort aktiv eine Privatleistung wählen
  • Die Details und Plattformen wie DocFinder werden im separaten AT-Beitrag behandelt

Spezialfälle:

  • Kinderärzte: starke Bewertungs-Abhängigkeit, Empfehlungen wichtiger als Werbung
  • Gynäkologie: Bewertungs-Plattformen schwierig wegen Patientenwechsel-Aufwand
  • Tierärzte: kein HWG, freier in der Werbung

Marketing-Agentur, Freelancer oder Eigenleistung

Die Frage, wer das alles umsetzen soll, ist die wirtschaftliche Kernfrage. Vier Optionen:

  1. Komplett-Agentur: macht alles aus einer Hand, monatliche Pauschale. Vorteil ist die Bündelung, Nachteil oft die Tiefe in den einzelnen Disziplinen.
  2. Spezialisten-Mix: Webdesigner einmalig, Bewertungs-Tool monatlich, Google-Ads-Spezialist projektbasiert, lokal-SEO-Agentur quartalsweise. Aufwand höher, Qualität meist deutlich besser.
  3. Freelancer und Projekt-Spezialist: für definierte Aufgaben (Website-Relaunch, Google-Ads-Setup) mit klarem Anfang und Ende. Funktioniert gut, wenn die Praxis intern jemanden hat, der weiterführt.
  4. Eigenleistung mit Workshop: Praxis macht selbst, Spezialist erklärt in einem strukturierten Workshop von ein bis zwei Tagen die Grundlagen, danach läuft die Praxis allein.

Eine ehrliche Abwägung zwischen diesen Modellen mit Trade-offs für jeden Fall steht im Beitrag zu Google Ads für KMU: Agentur, Freelancer, Projekt oder Workshop. Die Logik ist dort am Google-Ads-Fall erklärt, aber eins zu eins übertragbar auf die gesamte Praxismarketing-Frage.

Was ich konkret anbiete und was nicht:

  • Was ich selbst mache: Tracking-Setup, Google-Ads-Konten, Conversion-Architektur, Audits über die gesamten sieben Bausteine
  • Was andere besser können: Webdesign, GMB-Optimierung, Bewertungs-Workflow im operativen Tagesgeschäft, Print-Material
  • Was im Projekt-Format zusammenkommt: Ich übernehme die Tracking- und Werbeebene, verknüpfe die Praxis mit getesteten Webdesign-, GMB- und Bewertungs-Spezialisten und stelle sicher, dass alles als ein Setup ineinandergreift. Die Praxis behält am Ende die Hoheit über alle Konten.

Diese Variante ist langfristig deutlich günstiger als ein laufender Agentur-Retainer und erhält dabei die Datenhoheit in der Praxis selbst. Das ist mein Kern-Differenzierungs-Argument gegenüber traditionellen Praxismarketing-Agenturen.

Was wirklich funktioniert: Beobachtungen aus echten Konten

Aus Audit-Erfahrung mit Praxis-Konten unterschiedlicher Fachrichtungen zeichnet sich ein klares Muster ab:

Funktioniert sehr gut:

  • Eindeutige Spezialisierung (Stimm-Spezialist, Tinnitus-Therapie, Aligner-Behandlung) als Brand-Spitze
  • GMB-Beiträge wöchentlich (ein bis zwei pro Woche reichen)
  • Termin-Buchung online ohne Anruf-Pflicht
  • Conversion-Tracking auf Anruf plus Online-Buchung kombiniert
  • Bewertungs-Workflow per QR-Code an der Anmeldung

Funktioniert oft schlecht:

  • Generische “Wir sind die beste Praxis”-Botschaften
  • Facebook-Ads bei älterer Zielgruppe (Reichweite OK, Konversion schlecht)
  • Print-Anzeigen in lokalen Zeitungen (außer bei Praxiseröffnung)
  • Influencer-Kooperationen (HWG-Risiko, schwer messbar)
  • TikTok und Instagram bei Allgemeinmedizinern (passt nicht zur Zielgruppen-Plattform)

Funktioniert situativ:

  • Newsletter bei Praxen mit hohem IGeL-Anteil
  • YouTube-Content bei spezialisierten Praxen (Edukation als Trust-Aufbau)
  • LinkedIn bei B2B-medizinischen Schwerpunkten (Arbeitsmedizin, Betriebsärzte)

FAQ

Wie viel kostet professionelles Praxismarketing 2026?

Das hängt von der Größe der Praxis, dem Fachgebiet und der gewünschten Eigenleistung ab. Eine ehrliche Bestandsaufnahme im Erstgespräch zeigt schneller, wo der Hebel liegt, als pauschale Preisangaben. Was dabei sicher gilt: wer nur Google Ads ohne saubere Basis schaltet, gibt monatlich mehr aus als nötig und bekommt weniger Patienten, als das Budget hergeben würde.

Lohnt sich eine Praxis-Website-Agentur oder ein freier Webdesigner?

Bei einem einmaligen Relaunch ist ein spezialisierter Webdesigner oder Freelancer mit Praxis-Erfahrung meist deutlich günstiger als eine Komplett-Agentur, bei vergleichbarer Qualität. Wichtig ist die Praxis-Spezifik: Standard-Webdesigner ohne Medizinerfahrung übersehen oft HWG-relevante Inhalte und Termin-Buchungs-Integrationen.

Wie viele Patienten kann ich realistisch über Google Ads gewinnen?

Bei solidem Tracking und sauber aufgesetzten Kampagnen liegen typische Werte bei 15 bis 40 Neupatienten pro Monat im KMU-Praxis-Bereich, abhängig von Fachgebiet und lokalem Wettbewerb. In wettbewerbsschwachen Gebieten höher, in städtischen Wettbewerbs-Hotspots niedriger. Wichtiger als die reine Anzahl ist die Patienten-Qualität, also der Anteil tatsächlich gebuchter Termine an den Lead-Anfragen.

Ist Werbung für Ärzte überhaupt erlaubt?

Ja, mit Einschränkungen. In Deutschland regelt das HWG, in Österreich das ÄrzteG und die ÖÄK-Werberichtlinie. Sachliche Information ist erlaubt, marktschreierische Anpreisung und Heilversprechen sind verboten. Die Detail-Aufstellung steht in den verlinkten Beiträgen zu HWG und ÄrzteG Österreich.

Was bringt Jameda 2026 wirklich?

Für Praxen mit überwiegend älteren Patienten und Kassenleistungs-Schwerpunkt ist Jameda weiterhin relevant, weil viele Patienten dort direkt nach Ärzten suchen. Bei jüngeren Zielgruppen und Spezialleistungen verliert Jameda gegen Google. Das Premium-Profil lohnt sich primär für Praxen, die viele Neupatienten erwarten. Wer schon viele Stammpatienten hat, kann mit dem kostenlosen Profil arbeiten.

Wie lang dauert es, bis Praxismarketing Ergebnisse zeigt?

Google Ads liefert nach vier bis acht Wochen erste verlässliche Daten. GMB-Optimierung und Bewertungen wirken nach drei bis sechs Monaten messbar. Website-SEO braucht sechs bis zwölf Monate. Wer sofortige Patienten braucht, kommt um Google Ads als Akut-Hebel nicht herum, sollte aber parallel die Basis aufbauen, damit das Werbebudget nicht in einer schwachen Konversions-Strecke verbrennt.

Deine nächsten Schritte

Wer als Praxis 2026 ernsthaft in Patientenakquise investieren will, sollte mit einer Bestandsaufnahme starten: Welche Bausteine sind vorhanden, welche fehlen, wo ist das Engpass-Element. Erst danach kommt die Frage, ob Agentur, Freelancer, Projekt oder Workshop das passende Modell ist.

Ich biete ein bezahltes Google Ads Audit für Praxen an, das den Tracking- und Werbe-Bereich tief prüft. Die anderen Praxismarketing-Bausteine (Website, GMB, Bewertungen, lokales SEO, Patientenbindung) werden im Rahmen des Audits eingeordnet und mit Spezialisten-Empfehlungen aus meinem Partner-Netzwerk verknüpft, aber nicht selbst bearbeitet. Für die Landing-Page-Tiefe biete ich zusätzlich eine separate Landing Page Analyse, üblicherweise im Kontext eines bestehenden Projekts.

Wer einen ersten Eindruck der Marketing-Lage seiner Praxis braucht und wissen will, wo der größte Hebel liegt, fängt am besten mit einem kostenlosen Erstgespräch an.

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Mason Werner
Mason Werner

Google Ads Projekt- & Setup-Spezialist. Ehemaliger Mitarbeiter im Namen von Google. Hilft KMU und Arztpraxen im DACH-Raum, profitabel zu werben.

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