PMax-Zahlen plötzlich höher?
Die Reporting-Umstellung vom 15. Juni
Auf einen Blick
- Seit dem 15. Juni 2026 umfasst das Produkt-Reporting in Performance Max alle Netzwerke, nicht mehr nur Suche und Standard Shopping. Video-, App- und Demand-Gen-Aktivität zählt jetzt mit.
- Die Folge ist ein einmaliger Sprung bei Impressionen, Klicks und teils Kosten auf Produktebene. Das ist eine Mess-Umstellung, kein Performance-Gewinn.
- Vergleiche über den 15. Juni hinweg sind nicht mehr direkt vergleichbar. Wer Juni gegen Mai oder Juli gegen Juni hält, vergleicht zwei verschiedene Messmethoden.
- Betroffen sind alle Konten mit Performance-Max-Kampagnen und Produkt-Feed. Reine Search-Konten ohne PMax merken nichts.
- Für die Analyse: den Netzwerk-Filter nutzen und Monatsvergleiche mit einer Notiz zum Stichtag versehen.
Wenn die Kennzahlen im Produkt-Reporting deiner Performance-Max-Kampagnen (Impressionen, Klicks, Kosten je Produkt) seit Mitte Juni auffällig gestiegen sind, ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit keine bessere Performance, sondern eine geänderte Messung. Google hat zum 15. Juni 2026 das Produkt-Reporting in Performance Max umgestellt: Die Metriken sind nicht mehr auf das Suchnetzwerk und Standard Shopping begrenzt, sondern umfassen jetzt alle Netzwerke, in denen deine Produkte ausgeliefert werden (Search Engine Land, 16. Juli 2026).
Konkret zählen auf Produktebene jetzt zusätzlich mit:
- alle Performance-Max-Netzwerke (also auch YouTube, Display, Discover, Gmail, Maps)
- Video-Kampagnen
- App-Kampagnen
- Demand-Gen-Kampagnen (soweit über das Merchant Center angebunden)
Vorher spiegelten Kosten, Impressionen und Conversions auf Produktebene nur die Suche und Standard Shopping wider. Die Umstellung schließt damit eine echte Reporting-Lücke, denn ausgeliefert wurde in diesen Netzwerken schon immer, du hast es nur auf Produktebene nicht gesehen. Trotzdem hat sie eine unangenehme Nebenwirkung.
Warum ist das ein Problem, wenn die Daten jetzt vollständiger sind?
Weil das Reporting seit dem 15. Juni anders gemessen wird als davor. Der Vergleich mit deinen bisherigen Zahlen ist damit nicht mehr gleich, sondern anders, und das steht nirgendwo im Konto.
Ein Beispiel, wie das in der Praxis aussieht: Deine Produkt-Impressionen springen von Mai auf Juni um 40 Prozent nach oben. Ohne Kontext liest sich das wie Wachstum. Tatsächlich siehst du dieselbe Auslieferung wie vorher, nur wird jetzt der Video- und Display-Anteil mitgezählt, der vorher unsichtbar war. Gefährlich wird das in zwei Richtungen:
- Als Erfolg fehlgedeutet: “Die Kampagne wächst”, und auf Basis dieser Fehldeutung werden Budgets erhöht oder Strategien bestätigt, die nichts geleistet haben.
- Als Problem fehlgedeutet: Wer Kennzahlen wie Klickrate oder Conversion-Rate auf Produktebene trackt, sieht sie durch die neu mitgezählten Netzwerke verwässert, denn Video-Impressionen konvertieren anders als Shopping-Klicks. Das sieht nach Verschlechterung aus, ist aber Mess-Mix.
Zuerst öffentlich eingeordnet hat das die Google-Ads-Spezialistin Bia Camargo auf LinkedIn mit der Original-Mitteilung von Google und genau dieser Warnung: Kunden auf die Reporting-Änderung vorbereiten, bevor jemand die Sprünge als Performance verkauft.
Für wen ist das relevant, für wen nicht?
Relevant für dich, wenn:
- du Performance Max mit Produkt-Feed fährst (jeder Shop mit Merchant-Center-Anbindung)
- du Produkt- oder Sortiments-Reports über die Zeit vergleichst (Monats-Reports, Dashboards, Looker-Berichte)
- jemand anderes deine Reports liest: Geschäftsführung, Steuerberater, Agentur. Überall dort entstehen sonst falsche Schlüsse
Nicht relevant, wenn:
- du keine Performance-Max- oder Shopping-Kampagnen mit Feed hast (reine Search-Lead-Konten merken nichts)
- du ohnehin nur auf Konto-Gesamtebene und Conversions steuerst und keine Produktebene auswertest
Was tust du konkret?
- Stichtag notieren: 15. Juni 2026 als Anmerkung in deine Reports und Dashboards. Jede Auffälligkeit in Produkt-Metriken ab Mitte Juni zuerst gegen dieses Datum prüfen.
- Netzwerk-Filter nutzen: In der Analyse nach Netzwerk aufschlüsseln, um zu sehen, woher die Aktivität wirklich kommt. So trennst du echten Zuwachs von neu sichtbarer Auslieferung.
- Monatsvergleiche einordnen: Mai gegen Juni und Juni gegen Juli vergleichen zwei verschiedene Messmethoden, keine Performance. Ein kurzer Hinweis auf die Umstellung im Report erspart dir lange Diskussionen.
- Empfänger vorwarnen: Wenn deine Reports an Dritte gehen, sollte die Erklärung schon drinstehen, bevor jemand fragt, warum die Zahlen springen.
Dieser Sommer hat übrigens gleich mehrere solcher stillen Umstellungen: Am 17. August folgt die Smart-Bidding-Änderung für budget-limitierte Ziel-Kampagnen, die ebenfalls Metrik-Bewegungen erzeugen wird, die nichts mit deiner Kampagnenarbeit zu tun haben. Wer Zahlen interpretiert, ohne die Plattform-Stichtage zu kennen, zieht die falschen Schlüsse aus formal korrekten Daten.
FAQ
Sind meine Conversions jetzt auch höher?
Die Umstellung betrifft das Produkt-Reporting, also die Aufschlüsselung nach Produkten. Auf Produktebene können auch Kosten- und Conversion-Werte springen, weil mehr Netzwerke einfließen. Deine Konto-Gesamtwerte ändern sich dadurch nicht, die Auslieferung war ja schon immer da.
Kann ich das alte Reporting zurückbekommen?
Nein. Die Umstellung gilt für alle Konten. Du kannst aber über den Netzwerk-Filter die Aktivität aufschlüsseln und dir so die Suche-plus-Shopping-Sicht näherungsweise wiederherstellen.
Woher weiß ich, ob ein Sprung Messung oder echte Performance ist?
Aufschlüsseln nach Netzwerk und den Zeitraum um den 15. Juni vergleichen. Kommt der Zuwachs aus Netzwerken, die vorher nicht gezählt wurden (Video, App, Display), ist es die Messung. Kommt er aus Suche und Shopping selbst, ist er real.
Betrifft das auch Standard-Shopping-Kampagnen?
Standard Shopping wurde schon vorher gezählt. Die Erweiterung betrifft die zusätzlichen Netzwerke. Für Standard-Shopping-Konten mit Ladengeschäft steht allerdings zum 31. August eine eigene Umstellung an: Local Inventory Ads werden dort zum Standard.
Deine nächsten Schritte
Prüfe deine Juni- und Juli-Reports darauf, ob die Kennzahlen auf Produktebene den Sprung zeigen, und ergänze den Hinweis auf den Stichtag, bevor jemand falsche Schlüsse zieht. Das ist eine Viertelstunde Arbeit und schützt die Glaubwürdigkeit deiner Zahlen. Saubere, richtig eingeordnete Daten sind die Grundlage jeder Budget-Entscheidung, gerade für KMU im DACH-Raum ohne eigenes Team für die Datenauswertung.
Wenn du deine Reports nicht selbst auseinandernehmen willst oder wissen möchtest, welche deiner Kennzahlen durch die Umstellung verzerrt sind: Melde dich für ein kostenloses Erstgespräch. Damit du mit der richtigen Erwartung kommst: Im Erstgespräch analysiere ich noch keine Zahlen. Wir klären dort, wo du stehst und ob eine Prüfung deiner Reports sinnvoll ist. Die Analyse selbst ist dann der erste Schritt einer Zusammenarbeit.
Google Ads Projekt- & Setup-Spezialist. Ehemaliger Mitarbeiter im Namen von Google. Hilft KMU und Arztpraxen im DACH-Raum, messbar und profitabel zu werben.
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