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Google Ads Wissen

AI Max in Google Ads: Was es ist und wann du es einschaltest

Auf einen Blick

  • AI Max ist kein eigener Kampagnentyp, sondern ein Add-on für Suchkampagnen: keywordloses Matching, KI-generierte Texte und dynamische Landingpage-Wahl.
  • Standardmäßig ist alles an. Damit gibst du beim Anschalten mehr Kontrolle ab, als die meisten merken.
  • Das AI-Max-Reporting sieht oft besser aus als die Realität: Ein Teil der Conversions wäre über deine bestehenden Keywords sowieso gekommen.
  • Erst prüfen, ob das Konto bereit ist: sauberes Tracking, Eigenmarke ausgeschlossen, genug Daten, Ziele aus deiner Marge. Sonst riskierst du, ein kaputtes Fundament zu automatisieren.
  • Ich habe AI Max selbst noch nicht laufen. Mein Bild stützt sich auf öffentlich geteilte Erfahrungen und Ergebnisse, nicht auf eigene Praxis. Für die keywordlose DSA-Migration würde es Sinn ergeben, breit anschalten würde ich nicht.

Google macht AI Max Schritt für Schritt zum Standardweg für Suchkampagnen. Dynamische Suchanzeigen laufen bis Februar 2027 ohnehin in AI Max hinein (mehr dazu im Beitrag zur DSA-Umstellung). Du wirst es also vermutlich früher oder später nutzen. Die Frage ist eher, ob du es zu deinen Bedingungen tust oder zu Googles.

Ich habe AI Max selbst noch nicht in Konten laufen. Mein Bild stützt sich auf öffentlich geteilte Erfahrungen und Ergebnisse von Kollegen und auf das, was ich aus verwandter Automatisierung wie Performance Max, Broad Match und Smart Bidding kenne, nicht auf eigene Praxis mit AI Max. Das hier ist also kein Erfahrungsbericht, sondern wie ich an AI Max herangehen würde, und warum ich es bewusst noch nicht breit einsetze. Damit bin ich unter erfahrenen PPC-Spezialisten nicht allein. Dieser Artikel erklärt, was AI Max wirklich macht, warum die Zahlen oft besser aussehen als sie sind, woran ich erkenne, ob ein Konto bereit ist, und wie ich es einführen würde, ohne die Kontrolle zu verlieren.

Was ist AI Max überhaupt?

AI Max ist kein eigener Kampagnentyp, sondern ein Add-on, das du in einer bestehenden Suchkampagne aktivierst. Es bringt drei Dinge mit:

  • Keywordloses Matching: Deine Anzeigen erscheinen auch für Suchanfragen, die keines deiner Keywords trifft, abgeleitet aus deinen Anzeigen-Assets und deiner Landingpage.
  • KI-generierte Texte: Google erzeugt zusätzliche Überschriften und Beschreibungen aus deiner Landingpage und der Suchanfrage.
  • Dynamische Landingpage-Wahl: Google ersetzt deine Ziel-URL durch eine andere Seite deiner Domain, wenn es die für passender hält.

Es teilt sich viel Technik mit Performance Max, bleibt aber in der Suche. Wo der Unterschied zu PMax genau liegt, steht im Beitrag zu Performance Max. Für diesen Artikel reicht: AI Max erweitert deine Suchkampagne um Automatisierung, die du bisher nicht hattest.

Was passiert, wenn du es einfach anschaltest?

Wenn du AI Max aktivierst, sind die drei Bausteine standardmäßig alle an: keywordloses Matching, Textgenerierung und die dynamische Landingpage-Wahl. Google verkauft das als einfaches Upgrade, mehr Reichweite mit einem Klick.

Google bewirbt das mit starken Zahlen: bis zu 14 Prozent mehr Conversions bei ähnlichem CPA, mit Exact- und Phrase-Match sogar bis zu 27 Prozent (Angaben von Google, berichtet vom Search Engine Land). Das sind allerdings Hersteller-Zahlen, keine unabhängige Messung.

Der Teil, der in der Hilfe leicht untergeht: Mit diesem Default gibst du eine Menge Kontrolle ab. Deine sorgfältig gepinnten Anzeigen-Assets werden nicht mehr zuverlässig ausgespielt, sobald eine andere Landingpage gewählt wird. Die KI textet Botschaften, die niemand freigegeben hat. Und dein Traffic kann stark in das Netzwerk der Suchpartner abwandern, wo die Abschlussraten oft ganz anders aussehen als in der Google-Suche. Ein Praxistest über drei Firmen zeigte, dass rund 19 Prozent der automatisch erzeugten Assets wieder entfernt werden mussten, weil sie nicht zur Marke passten (berichtet vom Search Engine Land).

Einfach anschalten und laufen lassen halte ich deshalb für keine gute Idee, auch wenn Google es so darstellt.

Warum die Zahlen oft besser aussehen, als sie sind

Selbst wenn AI Max ordentlich läuft, kann die Auswertung tückisch sein. AI Max beansprucht Impressionen und Conversions auch für Suchanfragen, die deine Exact- und Phrase-Keywords ohnehin getroffen hätten. In der Oberfläche sieht das nach zusätzlichem Erfolg aus, obwohl ein Teil davon Nachfrage ist, die du auch ohne AI Max bekommen hättest.

Das ist dasselbe Muster wie bei Performance Max und beim Smart Bidding: Die Plattform-Zahl ist nicht automatisch die inkrementelle Wahrheit. Google-Sprecherin Ginny Marvin hat mehrfach betont, dass Werbetreibende AI Max nicht als reinen Zusatzgewinn lesen sollten. Wer den echten Beitrag messen will, muss die Überschneidung mit den bestehenden Keywords herausrechnen, und das ist Handarbeit im Tabellenblatt. Die meisten überspringen das und akzeptieren, dass die Zahlen richtungsweisend sind, nicht präzise.

Wenn dein Tracking nicht sauber ist, kann AI Max dieses Problem verstärken. Deshalb kommt vor dem Anschalten die Frage, ob das Konto überhaupt bereit ist.

Woran ich erkenne, ob ein Konto bereit ist

Bevor AI Max in ein Konto käme, würde ich dieselben Dinge prüfen wie vor jeder anderen Automatisierung. Sie bauen aufeinander auf:

  1. Sauberes Conversion-Tracking. Automatisierung ist nur so gut wie das Signal, das sie bekommt. Zählt das Konto die richtigen Conversions, oder optimiert es auf Formular-Aufrufe und Junk? Falls hier Zweifel bestehen, lies zuerst warum dein Tracking wahrscheinlich falsch ist.
  2. Eigenmarke ausgeschlossen. Sonst sammelt die Automatisierung deinen Brand-Traffic ein und rechnet sich reich, ohne echte Neukunden zu bringen. Die Mechanik dahinter steht im Beitrag zur Budget-Fehlallokation.
  3. Genug Daten und Volumen. AI Max lebt von breitem Matching. In einem kleinen, budgetlimitierten Konto ist es oft nur Overlap, der Unruhe schafft, statt neue Nachfrage zu erschließen.
  4. Ziele, die zu deiner Marge passen. Wenn AI Max breiter matcht, kommen mehr Anfragen rein, aber nicht jede ist gleich viel wert. Dein Ziel-CPA oder Ziel-ROAS sollte deshalb aus deiner echten Wirtschaftlichkeit kommen, nicht aus einer geschätzten Zahl. Sonst kauft die Automatisierung Volumen ein, das sich am Ende nicht rechnet (siehe Gewinn statt Umsatz).

Ein Sonderfall ist die Frage, ob du AI Max auf eine Brand-Kampagne anwendest. Hier gilt wie bei jeder Automatisierung: Vorsicht, kontrollieren und die Performance aktiv im Blick behalten, statt es einfach laufen zu lassen. Auf Brand-Traffic wird die Zurechnung am unschärfsten, und du riskierst, dass die Automatisierung günstige Bestandsnachfrage frisst und als Erfolg ausweist. Wenn deine Basics nicht sitzen, kann AI Max ein schwaches Fundament schneller teuer machen, statt es zu verbessern.

Wie ich es einführen würde, ohne die Kontrolle zu verlieren

Wenn das Konto bereit ist, würde ich AI Max nicht mit einem Klick aktivieren, sondern kontrolliert. So würde ich vorgehen, Schritt für Schritt:

  • Erst Broad Match sauber testen. Bevor du das keywordlose Matching dazuschaltest, solltest du wissen, wie Broad Match in dem Konto performt, idealerweise in einem 50/50-Experiment. So trennst du später den Effekt von AI Max vom Effekt der breiteren Keywords.
  • Dann schrittweise erweitern. Nicht alle Automatisierungs-Hebel gleichzeitig. Erst das Matching beobachten, dann die dynamische Landingpage-Wahl, statt alles auf einmal loszulassen.
  • Kontroll-Hebel setzen. Search-Term-Matching lässt sich pro Anzeigengruppe abschalten, du kannst Marken aus- und einschließen, einzelne URLs von der dynamischen Wahl ausnehmen und der KI über Text-Vorgaben verbieten, bestimmte Begriffe oder Botschaften zu verwenden. Genau diese Hebel machen aus dem Blackbox-Default ein steuerbares Werkzeug.
  • Search Terms und Assets regelmäßig prüfen. Das keywordlose Matching produziert neue Suchbegriffe, und die generierten Assets ändern sich laufend. Beides gehört in die wöchentliche Kontrolle, sonst läuft dir die Kampagne davon.

Wann Standard Search oder DSA (noch) die bessere Wahl sein kann

AI Max ist nicht überall der richtige Schritt. Wenn eine Kampagne ohnehin schon breit auf Broad Match läuft, dürfte es wenig hinzufügen und das Reporting unübersichtlicher machen. In kleinen, budgetlimitierten Konten dürfte der Overlap überwiegen. Und wo du volle Kontrolle über Suchbegriffe und Botschaften brauchst, etwa in stark regulierten Branchen, ist die klassische Suchkampagne oft die sauberere Basis.

Der Fall, in dem AI Max aus meiner Sicht heute am ehesten Sinn ergibt, ist die keywordlose Migration weg von den auslaufenden dynamischen Suchanzeigen. Dafür würde ich es einsetzen, mit abgeschaltetem Automatisierungs-Ballast und voller Sichtbarkeit auf Suchbegriffe und Assets. Alles andere entscheidet sich am Konto: an den vorhandenen Daten, der Nische, dem Budget. Es gibt hier kein Goldrezept, das für jeden gleich funktioniert.

FAQ

Ist AI Max dasselbe wie Performance Max?

Nein. Performance Max ist ein eigener, kanalübergreifender Kampagnentyp. AI Max ist ein Add-on innerhalb einer Suchkampagne. Die Abgrenzung steht ausführlich im Beitrag zu Performance Max.

Muss ich AI Max jetzt schon einschalten?

Nein, es gibt keinen Zwang zum sofortigen Umstieg. Der einzige harte Termin betrifft dynamische Suchanzeigen, die bis Februar 2027 in AI Max überführt werden. Bis dahin entscheidest du danach, ob dein Konto bereit ist, nicht nach Druck.

Warum sehen meine AI-Max-Zahlen so gut aus?

Weil AI Max sich auch Conversions zurechnet, die deine bestehenden Keywords ohnehin gebracht hätten. Die Plattform-Zahl ist richtungsweisend, nicht der reine Zusatzgewinn. Für eine ehrliche Bewertung müsstest du die Überschneidung mit deinen Keywords herausrechnen.

Sollte ich AI Max auf meine Brand-Kampagne anwenden?

Eher nicht. Auf Brand-Traffic wird die Zurechnung am unschärfsten, und die Automatisierung kann günstige Bestandsnachfrage als Erfolg ausweisen. Eigenmarke und Nicht-Marke sauber trennen ist hier wichtiger als mehr Automatisierung.

Deine nächsten Schritte

AI Max ist weder Wundermittel noch Feind. Es ist Automatisierung, die ein gutes Fundament verstärken kann und ein schlechtes teuer machen kann. Die Reihenfolge entscheidet: erst sauberes Tracking, Eigenmarke ausgeschlossen, Ziele aus der Marge, dann kontrolliert einführen statt mit einem Klick alles abgeben. Und ehrlich bleiben bei den Zahlen, die dir Google Ads zeigt.

Wenn du wissen willst, ob dein Konto für AI Max bereit ist, buch dir ein kostenloses Erstgespräch. Wir klären, wo du stehst und ob sich eine genauere Prüfung lohnt.

Mason Werner
Mason Werner

Google Ads Projekt- & Setup-Spezialist. Ehemaliger Mitarbeiter im Namen von Google. Hilft KMU und Arztpraxen im DACH-Raum, messbar und profitabel zu werben.

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