MW SEA Marketing
· 6 Min. Lesezeit
CSS & Shopping

Local Inventory Ads werden Standard: Was sich am 31. August ändert

Auf einen Blick

  • Ab dem 31. August 2026 aktiviert Google Local Inventory Ads automatisch in Standard-Shopping-Kampagnen, deren Merchant Center das LIA-Add-on aktiviert hat. Bisher war das eine bewusste Entscheidung pro Kampagne.
  • Die Einstellung 'Lokale Produkte' verschwindet komplett. Gesteuert wird künftig nur noch über den Inventarfilter mit Channel = Local oder Channel = Online.
  • Wer Online- und Laden-Budgets bewusst getrennt fährt, dessen Kampagnen können sich nach dem Stichtag still vermischen. Es gibt keinen Fehler und keine Warnung im Konto.
  • Ohne LIA-Add-on im Merchant Center ändert sich nichts. Erst prüfen, dann handeln.
  • Der 31. August ist bereits die dritte Google-Deadline in diesem August. Shopify-Shops trifft es doppelt: Merchant-API am 18.08., Checkout-Tracking am 26.08.

Google hat per Benachrichtigungs-Mail angekündigt, dass Local Inventory Ads (LIA) ab dem 31. August 2026 in Standard-Shopping-Kampagnen automatisch aktiviert werden, sobald das verknüpfte Merchant-Center-Konto das LIA-Add-on nutzt. Gleichzeitig entfernt Google die bisherige Kampagnen-Einstellung “Lokale Produkte” (englisch “Local products”). Zuerst öffentlich gemacht hat die Änderung der PPC-Spezialist Arpan Banerjee auf LinkedIn mit der Original-Benachrichtigung, berichtet von Search Engine Land am 16. Juli 2026.

Das Tückische daran ist das gleiche Muster wie bei den anderen Google-Umstellungen dieses Sommers: keine Fehlermeldung, keine Warnung im Konto. Die Kampagne läuft einfach weiter, nur eben mit anderem Verhalten.

Was ändert sich konkret?

Drei Dinge, alle zum 31. August 2026:

BisherAb 31.08.2026
LIA pro Kampagne bewusst aktivierenLIA automatisch aktiv, wenn das Merchant Center das LIA-Add-on hat
Steuerung über Einstellung “Lokale Produkte”Einstellung wird entfernt
Zwei überlappende SteuerungswegeNur noch der Inventarfilter: Channel = Local oder Channel = Online

Google begründet die Änderung damit, doppelte Einstellungen zu konsolidieren. Das stimmt auch. Nur: Eine Konsolidierung, die das Standard-Verhalten umdreht, ist für dich keine Aufräumaktion, sondern eine Änderung an laufenden Kampagnen.

Wen betrifft das, und wen nicht?

Die meisten reinen Online-Shops betrifft das nicht.

Die Umstellung greift nur, wenn beide Bedingungen erfüllt sind:

  1. Du fährst Standard-Shopping-Kampagnen (nicht nur Performance Max)
  2. Dein verknüpftes Merchant Center hat das Local-Inventory-Ads-Add-on aktiviert, du pflegst also lokales Ladeninventar bei Google ein

Typische Kandidaten im DACH-Raum: Händler mit Ladengeschäft plus Online-Shop. Die Rösterei mit Verkaufsraum, das Fahrradgeschäft mit Webshop, der Hofladen mit Versand. Genau die Betriebe, bei denen Online- und Laden-Umsatz intern oft getrennte Töpfe sind.

Wenn du kein LIA-Add-on nutzt: Es gibt nichts zu tun. Diesen Punkt kannst du in zwei Minuten prüfen, im Merchant Center unter den Add-ons beziehungsweise Programmen nachsehen, ob “Local Inventory Ads” aktiv ist.

Wo liegt das eigentliche Risiko?

Im stillen Vermischen von Budgets.

Wer bisher bewusst getrennt hat, etwa eine Kampagne für Online-Inventar und eine für Ladeninventar mit eigenen Budgets und eigenen Zielen, verliert am 31. August die alte Trennungs-Logik. Wenn LIA plötzlich in einer Kampagne mitläuft, die vorher rein online war, konkurriert dein Laden-Inventar im selben Budgettopf mit deinem Online-Sortiment. Die Zahlen im Konto sehen weiter normal aus. Nur die Zusammensetzung dahinter stimmt nicht mehr mit deiner Strategie überein.

Dazu kommt der Reporting-Effekt: Wenn sich der ausgelieferte Inventar-Mix ändert, verschieben sich Klickpreise, Conversion-Raten und Umsatz-Zuordnung. Wer im September seine August-Zahlen mit dem Juli vergleicht, vergleicht dann zwei unterschiedliche Setups, ohne es zu wissen. Dasselbe Problem gibt es diesen Sommer übrigens schon einmal: Seit dem 15. Juni umfasst das Produkt-Reporting in Performance Max alle Netzwerke, auch das verschiebt historische Vergleiche.

Was tust du jetzt konkret?

Vor dem 31. August, in dieser Reihenfolge:

  1. Merchant Center prüfen: Ist das LIA-Add-on aktiv? Nein: fertig, nichts zu tun. Ja: weiter mit Schritt 2.
  2. Kampagnen-Inventar auflisten: Welche Standard-Shopping-Kampagnen hängen an diesem Merchant Center? Bei welchen ist “Lokale Produkte” heute bewusst an oder aus?
  3. Inventarfilter setzen: Für jede Kampagne, die getrennt bleiben soll, den Inventarfilter auf Channel = Online beziehungsweise Channel = Local stellen. Das ist ab dem Stichtag der einzige Steuerungsweg.
  4. Budget-Logik dokumentieren: Notiere dir, welche Kampagne welchen Kanal fährt und warum. Wenn im September etwas auffällig aussieht, weißt du sofort, ob es an der Umstellung liegt.
  5. Ersten September-Report markieren: Vergleiche August/September bewusst mit dem Wissen um den Stichtag, statt einen Performance-Sprung oder -Einbruch fehlzudeuten.

Wenn du unsicher bist, ob dein Setup betroffen ist: Genau solche stillen Verhaltensänderungen sind ein Kernpunkt in meinem Google Ads Audit, inklusive Blick ins Merchant Center.

Warum häufen sich die Stichtage gerade im August?

Der 31. August ist bereits die dritte Google- beziehungsweise Plattform-Deadline in diesem Monat. Für Shop-Betreiber sieht der August 2026 so aus:

DatumWas passiertWen es trifft
18.08.Merchant-API löst die Content API ab, Produkt-IDs können sich ändernShopify-Shops mit Google-&-YouTube-App
26.08.Shopify deaktiviert Additional Scripts, Legacy-Checkout-Tracking stirbtAlle Shopify-Shops ohne Checkout-Extensibility-Migration
31.08.Local Inventory Ads werden Default in Standard ShoppingHändler mit LIA-Add-on im Merchant Center

Drei verschiedene Baustellen, ein Muster: Alle drei laufen ohne Fehlermeldung ab, und bei allen dreien merkst du das Problem erst an der Performance, wenn du vorher nichts geprüft hast. Ein Shopify-Händler mit Ladengeschäft kann von allen dreien gleichzeitig betroffen sein.

FAQ

Betrifft die Umstellung auch Performance Max?

Die angekündigte Umstellung zum 31. August betrifft Standard-Shopping-Kampagnen. In Performance Max gibt es die Local-Steuerung separat über die Kampagneneinstellungen. Prüfen lohnt sich trotzdem: Wenn dein Merchant Center das LIA-Add-on hat, solltest du in beiden Kampagnentypen wissen, ob lokales Inventar mitläuft.

Was passiert, wenn ich vor dem 31. August nichts mache?

Wenn dein Merchant Center kein LIA-Add-on hat: nichts. Wenn doch: Local Inventory Ads laufen in deinen Standard-Shopping-Kampagnen automatisch mit, und deine bisherige Trennung über “Lokale Produkte” ist weg. Die Kampagnen laufen weiter, aber mit verändertem Inventar-Mix und ohne Warnung.

Wo finde ich den neuen Inventarfilter?

In den Einstellungen der jeweiligen Standard-Shopping-Kampagne. Dort konfigurierst du künftig über den Inventarfilter, ob die Kampagne Channel = Online, Channel = Local oder beides ausliefert. Die genaue Bezeichnung in der deutschen Oberfläche kann leicht abweichen, das Prinzip ist der Kanal-Filter.

Ich habe gar kein Ladengeschäft. Muss ich etwas tun?

Nein. Ohne lokales Inventar im Merchant Center gibt es kein LIA-Add-on und damit keine Änderung an deinen Kampagnen. Die beiden anderen August-Deadlines können dich als Shopify-Händler trotzdem betreffen.

Lohnt es sich, Local Inventory Ads bewusst zu nutzen?

Wenn du ein Ladengeschäft hast: oft ja. LIA zeigt Suchenden in deiner Nähe, dass ein Produkt vor Ort verfügbar ist, und fängt “in der Nähe kaufen”-Nachfrage ab. Der Punkt dieses Artikels ist nicht, LIA abzuschalten, sondern die Entscheidung bewusst zu treffen statt sie Google zu überlassen.

Deine nächsten Schritte

Prüfe vor dem 31. August dein Merchant Center auf das LIA-Add-on und setze bei getrennten Budgets den Inventarfilter. Das ist eine Aufgabe von unter einer Stunde, die dir im September verzerrte Zahlen und vermischte Budgets erspart.

Wenn du dir bei deinem Shopping-Setup nicht sicher bist oder gleich alle drei August-Deadlines auf einmal prüfen lassen willst: Melde dich für ein kostenloses Erstgespräch. Damit die Erwartung stimmt: Die Prüfung von Merchant Center, Kampagnen-Struktur und Tracking ist der erste Schritt einer Zusammenarbeit, nicht Teil des Erstgesprächs. Dort klären wir, ob dein Setup betroffen ist und ob sich die Prüfung für dich lohnt.

Mason Werner
Mason Werner

Google Ads Projekt- & Setup-Spezialist. Ehemaliger Mitarbeiter im Namen von Google. Hilft KMU und Arztpraxen im DACH-Raum, messbar und profitabel zu werben.

Kennt Google Ads von innen
Erstgespräch buchen

Bereit für profitable Google Ads?

In einem kostenlosen Erstgespräch schauen wir gemeinsam, ob und wie Google Ads für dich funktionieren kann.

Kostenloses Erstgespräch buchen

Unverbindlich · Kein Verkaufsdruck · 30 Minuten